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Mundart erfüllte das Kaulenbachtal

„Plattschwätzer“ wanderten ins Kaulenbachtal

Die Mundart-Initiative im Kreis Cochem-Zell e.V. hatte zu ihrer traditionellen Jahres-Mundart-Wanderung eingeladen. Ziel war in diesem Jahr Müllenbach mit einer Wanderung durch das „Kaulenbachtal“. Mit Dieter Laux und Rolf Stoll vom Vorstand des „Schiefervereins“ standen zwei engagierte und „platt-schwätzende“ Experten als Referenten zur Verfügung.

Schon seit dem 18. Jahrhundert wurde in dem Tal unterhalb Müllenbach und Leienkaul Schiefer abgebaut. Zunächst im Tagebau, später in zahlreichen Stollen und Gruben, die die Berge rund um das Kaulenbachtal regelrecht durchlöcherten. Es gab Gruben und Stollen mit Namen wie „Julius-Stollen“, „Grube Colonia“, „Luisen-Stollen“, „Höllenpforte“, „Maria Schacht“. Es war eine schwere und sehr gefährliche Arbeit den Schiefer aus dem Berg zu holen. Alles in Handarbeit. Die bis zu 150 kg schweren Schieferblöcke wurden auf dem Rücken über lange Strecken aus dem Berg getragen. Dort wurden in den „Spalthäusern“ die Blöcke zu Dachschiefer verarbeitet wobei nur rund 20 % des Materials für den typischen „Moselschiefer“ geeignet waren. Aus dem Kaulenbachtal brachte man die Dach-Schieferplatten mit von Pferden gezogenen Leiterwagen nach Müllenbach und weiter über Landkern nach Klotten und Cochem wo ein großer Teil per Schiff zu den Kunden gebracht wurde. Im späten 19. Jahrhundert baute man eine Feldbahn, im Volksmund das „Bahntje“ aus dem Kaulenbachtal zunächst nach Müllenbach, später bis zum Bahnhof Laubach.

1959 wurde der Schieferabbau eingestellt. Der äußerst rührige „Verein zur Erhaltung der Schiefer-Bergbaugeschichte e.V“ hat in Jahre langer ehrenamtlicher Arbeit die Geschichte des Schiefer-Bergbaus wieder erlebbar gemacht und bietet regelmäßig geführte Wanderungen zu den verschiedenen Abbaubereichen an.

Gerhard Schommers


 

 

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